Welfens, P.J.J.; Hanrahan, D.: Handels- und Technologierat EU-USA: Entwicklungen, Schlüsselthemen und politische Optionen

Welfens, P.J.J.; Hanrahan, D.: Handels- und Technologierat EU-USA: Entwicklungen, Schlüsselthemen und politische Optionen

JEL classification: F02, F13, F55, F69, O38

Key words: EU, USA, Handel, Innovation, Handels- und Technologierat, IKT, Win-Win, Innovationspolitik, transatlantische Zusammenarbeit

Zusammenfassung:

Nach dem Scheitern des Projekts der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft haben die Europäische Union und die Vereinigten Staaten über Optionen nachgedacht, wie die transatlantische Zusammenarbeit in einem angemessenen Rahmen organisiert werden kann – im Handels- und Technologierat (TTC) wurde ein anderer Ansatz vereinbart. Solche Initiativen sind grundlegende Pfeiler der transatlantischen Wirtschaftsintegration. Die USA und die EU haben in der Tat eine neue Initiative gestartet, die sich auf zehn Politikfelder stützt, die Potenzial für eine verstärkte Zusammenarbeit haben; es gibt einen dreifachen Fokus, nämlich auf gemeinsame Werte, auf Optionen für eine bessere gemeinsame Standardsetzung und auf die Zusammenarbeit in neuen Bereichen, z.B. der digitalisierten Wirtschaft. Mit dem Russland- Ukraine-Krieg hat sich die Relevanz einer verstärkten transatlantischen Zusammenarbeit verstärkt, nicht zuletzt, weil dieser militärische Konflikt indirekt die Frage aufwirft, inwieweit sich mittelfristig auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Westen und China verschlechtern könnten. Während die zehn Bereiche, die von der EU und den USA im Rahmen des TTC in Betracht gezogen werden, in der Tat für entscheidende Felder stehen, sollte man nicht übersehen, dass drei weitere Felder bisher weitgehend vernachlässigt wurden: (i) die Integration der IKT-Märkte bzw. die transatlantische Integration der internetbasierten Märkte; (ii) die Herausforderungen für die transatlantische Zusammenarbeit – und die Chancen für beide Seiten – im Bereich der klimastabilisierenden Innovationen; und (iii) die entscheidende Rolle des Abbaus von Hindernissen für transatlantische Direktinvestitionen. Letztere haben sich als von entscheidender Bedeutung für die Produktionsdynamik und das Verhältnis zwischen Leistungsbilanz und Bruttoinlandsprodukt erwiesen, und zwar in dem um Direktinvestitionen erweiterten DSGE-Makromodell von Roeger/Welfens (2021), das es auf neue Weise ermöglicht, z. B. die nationalen und internationalen Auswirkungen von Produkt- und Prozessinnovationen zu berücksichtigen. Es sollte auch betont werden, dass die internationalen Spillover-Effekte von IKT-Innovationen einen größeren Bedarf an transatlantischer politischer Zusammenarbeit implizieren, die paradoxerweise auch mehr Zusammenarbeit zwischen den nationalen Regierungen der EU-Länder und den Regierungen der US-Bundesstaaten erfordert. Was die verstärkte transatlantische wirtschaftspolitische Zusammenarbeit betrifft, so sollten neue Initiativen in diesem Bereich nicht fälschlicherweise als Ersatz für eine langfristige Zusammenarbeit in den Foren internationaler Organisationen angesehen werden.

Summary: 

Following the failure of the Transatlantic Trade and Investment Partnership project, the European Union and the United States have considered options on how to organize transatlantic cooperation within what may be considered an adequate framework – a different approach has been agreed in the Trade and Technology Council (TTC). Such initiatives are fundamental pillars of transatlantic economic integration. The US and the EU have indeed started a new initiative which is based on ten policy fields which have potential for enhanced cooperation; there is a triple focus, namely on common values, on options for better joint standard-setting and on cooperating in new fields, e.g. the digitalized economy. With the Russo-Ukraine War, the relevance of more transatlantic cooperation has been reinforced, not least since this military conflict indirectly raises the issue of to what extent economic relations between the West and China could also deteriorate in the medium term. While the ten areas considered by the EU and US within the framework of the TTC indeed stand for crucial fields, one should not overlook that three additional fields have been largely neglected so far: (i) ICT market integration and the transatlantic integration of internet-based markets, respectively; (ii) challenges for transatlantic cooperation – indeed win-win opportunities – in the field of climate-stabilizing innovations; and (iii) the crucial role of reducing barriers to transatlantic foreign direct investment. The latter have been shown to be of critical relevance for output dynamics and the current account-Gross Domestic Product ratio, namely in the FDI-enhanced DSGE macro model of Roeger/Welfens (2021) which allows in a new way to consider, for example, the national and international effects of product innovations and process innovations. It should also be emphasized that the international spillover effects of ICT innovations imply that there is a broader need for transatlantic policy cooperation which, paradoxically, also requires more cooperation between national governments of EU countries and the governments of US states. As regards enhanced transatlantic economic policy cooperation, new initiatives here should not mistakenly be considered a substitute for long-term cooperation in the fora of international organizations. 

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